Reisetagebuch Freddi Ferien
Liebes, liebes, liebes Tagebuch,
heute war ein mega cooler, supertoller, phantastischer, interessanter, lehrreicher, spannender Tag. Ich bin total geflashed, begeistert, von den Socken …
Es ging heute in den Wildpark Lüneburger Heide. Wir haben mit dem Baumwipfelpfad begonnen. Das war der Hammer! Auf einer Schräge ging es insgesamt 700 m Gesamtwegelänge in die Höhe auf ein 45 m hohes Fernblickplateau. Unterwegs konnten wir die einzelnen Waldschichten gut erkennen und unter uns dann schon einige Tiere sehen, die wir später im Wildpark besuchten.
Auf dem Weg nach oben kamen wir an einem 9 m langen Glassteg vorbei. Unter unseren Füßen ging es ziemlich tief. Das war ein wenig gruselig.
Die letzten Höhenmeter auf den Turm konnte man entweder ganz faul mit dem Fahrstuhl oder per Pedes über die Treppe zurücklegen. Sehr sehr anstrengend, aber eine tolle Aussicht erwartete uns. Oben angekommen konnten wir ganz weit schauen. Die Aussichtsplattform ist gut 150 m² groß und wir konnten weit ins Land schauen und wunderten uns über das große Waldgebiet unter uns. Wir dachten, Schleswig-Holstein bedeutet, Acker und Weide, Gras und wieder von vorn. Aber weit gefehlt.
Wir lasen, der große Wald heißt Garlstorfer Wald und bildet zusammen mit dem Toppenstedter Wald einen der größten Buchenwaldbestände des Niedersächsischen Tieflands.
Nach dem Baumwipfelpfad haben wir noch den überschaubaren Naturlehrpfad kennengelernt, der auch mit vielen Naturspielplätzen begeisterte. Judith ließ uns knapp neben dem Weg testen, wie weich und federnd der Waldboden sein kann, wenn sich Herbst für Herbst das Laub dort sammelt und eingearbeitet wird. Es roch auch sehr frisch und war schön kühl und ganz anders als in der Stadt.
Jedenfalls war auch dieser erste Teil des Tages sehr spannend.
Danach ging es in den Wildpark. Viele Tiergehege mit mehr als 1200 Tieren haben wir bestaunt. Alle Gehege waren toll in den Wald eingebaut. Neben einheimischen Wildtieren, wie Damwild, Rehwild, Hirsche, Wildschweine, Fischotter und noch viele mehr, gab es auch Tiere aus der nördlichen Gebieten Europas, Asiens und Amerikas, wie Tiger, Bär, Elche und Ren.
Unterwegs kamen wir wieder an vielen Spielplätzen vorbei, auch ein tolles Haus mit einer Waldschule und vielen Erlebnisplätzen und natürlich Kioske für den kleinen Hunger.
Unterwegs konnte man überall Wildfutter kaufen und die Damhirsche füttern. Judith hat uns hier auch viel Interessantes zu den Schaufeln und dem Bast – der seidenweichen Schicht auf den Schaufeln erzählt. Das war sehr interessant und spannend und wir haben ganz viel Neues lernen können.
Der krönende Abschuss war eine Greifvogelshow. Erst dachte ich, dass es nicht noch besser werden kann, aber die Show war große Klasse. Zuerst wurden uns die beiden Wüstenbussarde aus Amerika vorgestellt. Sie heißen Mojito und Tequila und haben beim Flug über die Zuschauer mit ihren Krallen fast die Köpfe getroffen. Aber die beiden waren nichts gegen die riesige Gänsegeierdame Lisa. Ihre Flügelspannweite war weit über zwei Meter und sie flog auch wahnsinnig tief. Dagegen war der Falke Gypsi ganz anders unterwegs. Er flog immer hoch in die Luft, nur um sich kurz darauf in einem Affenzahn auf die Beute hinabzustürzen. Die beiden nordamerikanischen Weißkopfseeadler Yakari und Clint zeigten auch ihr Können im Fische fangen. Der Höhepunkt war die Eule Tiffy. Sie ist ein amerikanischer Virginia-Uhu und wohl die größte Eulenart der Welt. Sie hat sonnengelbe Augen, was bedeutet, dass sie vor allem am Tage jagen kann. Eulen mit bernsteinfarbenen Augen jagen ihre Beute vor allem beim Sonnenauf- und Untergang. Und dann gibt es noch Eulen mit schwarzen Augen und die jagen in dunkelster Nacht. Ich habe heute sehr sehr viel gelernt und wusste gar nicht, dass auch Vögel so spannend sein können.
Danach sind wir dann zurück in die Jugendherberge gefahren, völlig knülle und hungrig. Wir sind sofort zum Essen geflitzt, denn wir waren wieder einmal etwas spät dran. Es gab einen leckeren Auflauf, Bratwürstchen, Boulettchen und zum Nachtisch Donuts. Und nicht zu vergessen, das Frühstück heute war auch allererste Sahne, ein tolles Büfett und für jeden etwas dabei.
So, liebes Tagebuch – mir fallen die Augen zu – ich muss noch rasch unter die Dusche und dann schnell ins Bett.
Schlaf gut, ich freue mich schon so auf morgen und auf meine Träume heute Nacht, wenn ich durch den Wildpark flitze und die Tiere nachts besuche.
Gute Nacht!